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Tapezieren oder streichen? Welche Wand was braucht

Raufaser, Vlies, Glasvlies oder direkt gestrichen: wann welche Lösung passt, was der Untergrund damit zu tun hat und welche Wandbekleidung für welchen Raum sinnvoll ist.

Wer renoviert, steht früher oder später vor dieser Frage. Die ehrliche Antwort: es kommt weniger auf den Geschmack an als auf die Wand. Ein glatter, tragfähiger Putz verträgt einen direkten Anstrich. Eine Wand mit Haarrissen, Flickstellen und drei Schichten Renovierungsgeschichte sieht gestrichen oft schlechter aus als vorher. Hier ist, was wir bei der Entscheidung abwägen.

Direkt streichen: die schnellste Lösung, wenn der Untergrund stimmt

Ein Anstrich direkt auf Putz oder Spachtel ist schnell gemacht, lässt sich später problemlos überstreichen und kleine Schäden sind leicht ausgebessert. Das setzt allerdings eine ebene, saubere Fläche voraus. Jede Unebenheit, die unter einer Tapete verschwunden wäre, zeichnet sich unter Farbe ab, besonders bei Streiflicht neben einem Fenster. Deshalb gehört zum direkten Anstrich oft ein Spachtelgang dazu. Er ist der eigentliche Aufwand, nicht das Streichen.

Direkt streichen ist die richtige Wahl bei neuen oder gut erhaltenen Putzen, bei Gipskarton mit sauber verspachtelten Fugen und überall dort, wo Sie einen modernen, glatten Look wollen.

Raufaser: der Klassiker

Raufaser besteht aus Papier mit eingearbeiteten Holzspänen. Sie ist günstig, verdeckt kleine Unebenheiten gut und wird nach dem Tapezieren gestrichen. Viele Jahre lang war sie der Standard in deutschen Wohnungen, und sie lässt sich viele Male überstreichen.

Ihr Nachteil zeigt sich beim Entfernen. Raufaser muss eingeweicht und abgekratzt werden, was mühsam ist und den Putz darunter beschädigen kann. Und die grobe Körnung ist nicht jedermanns Geschmack.

Vliestapete: sauber verarbeitet, sauber wieder entfernt

Vlies ist formstabil und reißfest. Beim Tapezieren wird der Kleister auf die Wand gestrichen statt auf die Bahn, das macht die Verarbeitung präzise, gerade bei Nähten. Beim Renovieren lässt sich Vlies meist trocken in ganzen Bahnen abziehen. Für Mietwohnungen ist das ein echter Vorteil.

Eine besondere Form ist das Renoviervlies. Es wird auf Wände mit feinen Rissen oder unruhiger Oberfläche geklebt und anschließend gestrichen. So entsteht eine gleichmäßige Fläche, ohne dass die ganze Wand neu verputzt werden muss.

Glasvlies und Glasgewebe: wenn es robust sein muss

Glasvlies und Glasgewebe, umgangssprachlich oft Glasfasertapete genannt, werden nach dem Kleben gestrichen, meist in zwei Anstrichen. Danach sind sie sehr widerstandsfähig gegen Stöße und Abrieb. Deshalb findet man sie in Treppenhäusern, Fluren, Büros und Praxen, also überall, wo viel Betrieb ist. Sie lassen sich später problemlos überstreichen.

Designtapete: wenn eine Wand etwas zeigen soll

Strukturierte oder fotorealistische Designtapeten sind eher etwas für eine Akzentwand als für den ganzen Raum. Hier entscheidet die Verarbeitung über das Ergebnis: bei Mustern muss der Rapport, also der Versatz des Musters von Bahn zu Bahn, exakt stimmen. Eine verrutschte Naht sieht man bei einer Designtapete sofort.

Welche Lösung für welchen Raum?

  • Wohn- und Schlafzimmer: Anstrich auf glattem Untergrund oder Vlies, je nach Wand. Wer auf Raumklima achtet, kann auch über Lehmfarbe nachdenken.
  • Kinderzimmer: eine abwischbare Farbe oder ein gestrichenes Vlies. Vlies lässt sich später leicht entfernen, wenn das Zimmer umgestaltet wird.
  • Flur und Treppenhaus: Glasvlies oder Glasgewebe, weil hier Taschen, Jacken und Kinderwagen an der Wand entlangstreifen.
  • Bad und Küche: in Spritzwasserbereichen keine Tapete, sondern ein geeigneter Anstrich oder Fliese. Außerhalb davon ist ein Anstrich meist die pflegeleichtere Lösung.
  • Altbau mit Rissen: Renoviervlies, sofern die Risse ruhen. Breite oder sich verändernde Risse gehören vorher angeschaut.

Was wir vor Ort prüfen

Bevor wir tapezieren oder streichen, sehen wir uns die Wand genau an: Hält der Putz? Sind da alte Tapeten, und wie viele Schichten? Gibt es Feuchtigkeit oder Risse? Davon hängt ab, ob die alte Tapete runter muss, ob gespachtelt wird und welche Lösung sich am Ende lohnt. Wir verarbeiten Raufaser, Vlies, Glasvlies, Renoviervlies und Designtapeten und streichen natürlich auch ohne Tapete.

Mehr dazu auf den Seiten Tapezierarbeiten und Malerarbeiten. Die Beratung vor Ort ist kostenlos und unverbindlich.

Häufige Fragen dazu

  • In der Regel ja. Alte Tapeten können die Haftung neuer Bahnen beeinträchtigen. Bei stabilen Untergründen kann in Absprache übertapeziert werden. Wir prüfen das vor Ort.

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